Von Möpschen und Menschchen

Möpse verfolgen mich!

 

 

 

 

 

Mein Schatz, also nicht Herr Wirrkopf, mein Erstschatz sozusagen, hat heute ein Bild (siehe Abb. Mitte) des Hamburger Zeichners Horst Janssen (1929-1995) erworben. Es zeigt den sozialkritischen englischen Maler und Grafiker William Hogarth (1697-1764) (siehe Abb. links), der auch als Vorläufer moderner Karikaturisten (siehe Abb. rechts) gilt. Wir stritten gerade ein wenig herum, weil ich finde, dass der Horst weder den Mann noch den Hund trefflich hinbekommen hat:

„ Das Gesicht ist zu dünn, der sieht ja aus wie eine Frau.“
„Der William sah ja auch aus wie eine Frau! Das macht außerdem die Mütze!“
„Nein, das macht nicht die Mütze! Lippen, Kinn, Nase, da stimmt so gar nix!“
„Aber dafür ist der Hund gut getroffen!“
„Was soll das sein?“
„Ein Mops!“
„Ein Mops? Das ist doch kein Mops! Die Nase ist viel zu lang!“
„Schnauze!“
„Na hör mal, in welchem Ton redest du denn mit mir?“
„Pardon, aber es muss Schnauze heißen, nicht Nase!“
„Nase, Schnauze, ist doch alles das gleiche!“
„Nein, eben nicht! Es ist schon ein Unterschied, ob ich nun Schnauze halten oder Nase halten zu dir sage!“
„Wieso soll ich denn meine Nase halten?“
„Nein, du sollst ja deine Schnauze halten!“
„Jetzt reicht’s mir!“*

Und so weiter. Dann meinte mein Schatz:
„Dieser Hogarth hatte ein ziemlich schweres Leben und musste mit seinen Bildern schon sehr früh die Familie ernähren, weil sein Vater überschuldet im Gefängnis saß.“
„Warum?“
„Weil der Vater mit seiner bahnbrechenden Geschäftsidee Schiffbruch erlitt: Er machte ein Kaffeehaus auf, in dem nur lateinsch gesprochen werden durfte.“
„Latte Macchiatorum bonum deorum donum!“

* Wie man über untreffliche Kunst trefflich streiten kann!

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4 Responses to “Von Möpschen und Menschchen”


  1. 1 Mopsos 30/11/2006 um 23:46

    Und um die Mopsiade abzurunden: Hogarth hat
    insgesamt drei Möpse besessen und mit zu
    ihrer Popularisierung in Europa beigetragen.
    Der auf dem Bild ist wohl jener namens „Trump“,
    und dem haben die Engländer in London,
    genauer gesagt in Chiswick, ein Denkmal gesetzt,
    d.h. der bereits vorhandenen Hogarth-Statue
    wurde per Extra-Kollekte 1 Mops hinzugefügt:

    http://www.americangrey.co.uk/index.php?showimage=356
    http://www.virtual-chiswick.ukonline.co.uk/hogarth_house/index.html

    Der Hund auf dem Gemälde ist übrigens wirklich ein
    Mops – im 18. Jahrhundert waren die in der Regel noch
    viel weniger gedrungen und schlanker als heute, vgl.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Pug
    („Appearance“)

  2. 2 schnutinger 30/11/2006 um 23:56

    @ Mopsos: Klasse! Danke für die Hinweise!

  3. 3 digitus 10/12/2006 um 12:33

    Heute ist in der FAS auf Seite 16 ein Artikel erschienen, der genau zum Thema passt: http://tinyurl.com/yarhfz (leider nur für Abonnenten zugänglich): Ohne seinen Vierbeiner wäre so manch Großer ein Kleinerer geblieben.

  4. 4 carola schneider 25/07/2008 um 19:26

    ein Hoch auf alle Möpse!
    Loriot traf es genau richtig:
    ein Leben ohne Mops ist machbar, aber nicht sinnvoll
    (ich hoffe ich habe exakt zitiert:-))


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