Der Vorsatz

Im neuen Jahr soll es gelingen,
will meine Fehler nun bezwingen.
Ein Prost auf’s „Ich“, wie’s früher war,
ein neuer Mensch im neuen Jahr!

Doch nach den Weihnachtsfeiertagen,
muss ich mich mit den Steuern plagen,
so wird vertragt auf Februar,
der Vorsatz aus dem Januar.

Der Februar ist ach so trist,
dass noch kein Platz für Neues ist.
In diesem neblig, trüben, nassen,
lässt beileibe kein Entschluss sich fassen!

Wenn erst der März schon wäre …
ach, kommt mit ihm Frühjahrsschwere.
Im April ist sie bezwungen,
doch wird das Haus nun abgewrungen.

Ah, da kommt der Mai,
der ist, wie immer, schnell vorbei.
Im Juni ist es viel zu schön,
um selbstkritisch in mich zu gehn’.

Der Juli, uff, welch große Hitze,
wo ich doch schon beim Nichtstun schwitze!
Nein, so lässt sich nichts kreieren
und auch der Vorsatz muss pausieren.

Im August fang ich sodann,
noch mal ganz von vorne an.
Und just bei dem Gedanken,
gerät mein Vorsatz ganz ins Wanken.

Endlich! Der September bricht herein!
Ich will nun ehrlich mit mir sein,
doch überfällt mich just in dieser Situation,
die erste Herbstdepression!

So wird er dann erneut verschoben,
um im Oktober zu geloben,
dass der Vorsatz im November,
noch Zeit hat bis Dezember.

Und zu Silvester schließlich,
werd’ ich böse und verdrießlich
und fasse wütend den Entschluss,
dass sich ab jetzt was ändern muss!

Silvestergedicht

Heut bin ich sehr besinnlich
und gehe reichlich in mich
ich bin sehr ernst und klar,
das muss dann reichen für ein Jahr.

Abgesang

Wer weder weiter weiß,
noch weiter kann,
dem bleibt nur noch
der Abgesang.

sinnlos ungereimtes

es schopte der hauer,
es sörte gaard,
es zuckte der mayer,
es dürrte matt.

es gryphte der phius,
es kloppte stock,
es sternte der morgen,
es mayerte zuck.

es droste die hüls,
es grillte der parz,
es endet hier alles
als ringel mit natz.

A poetical Dschörni sru Dschörmäny

Dear Pässendscher,
it’s a big pläscher,
to welcome ju on se train,
hier speaks your Bord-Kapitän.
Maybe sis train is to full,
and se Technik goes mal wieder null,
maybe sis train was to läit,
don’t be afraid,
se next train will be too to läit,
sät’s what we call Dschörmän Zuverlässigkeit.
When ju fone, plies du it laut,
änd inform se hole Abteil about.
Änd whe ju do sam secret business-staff,
plies klapp your Läptop ganz weit auf.
We are one great community,
on aua travel sru Dschörmäny.
Waia Porz and waia Siegen,
is noch jemand zugestiegen?
Sank ju for träwelling wis Deutsche Bahn,
immer noch besser sän autofahrn!

Der unentschlossene Furz

Es war einmal ein Furz,
der klagte unverdrossen,
ach, mein Leben ist so kurz,
und saß im Darm sehr unentschlossen.

Erst saß er quer,
dann saß er krumm,
dann wollt‘ er wieder
andersrum.

Und als er endlich dann nach Wochen,
kam ans Tageslicht gekrochen,
hat nicht mal einer ihn gerochen.

Und was sagt uns das Gedicht?
Furz sofort und zöger nicht!

Kollektive Betroffenheit

Wir saufen literweise Leid,
trinken fässerweise Trauer,
sind besoffen vor Betroffenheit,
die Welt ist böse – aua!

Existenzielles Nichtwissen

Alles ist nichts. Allein, allein,
ist der Mensch in seinem Sein.
Irrlichternde Existenz,
in universeller Transzendenz,
steht er zweifelnd in der Welt,
fragt, was sie zusammenhält.

Selbst kritisch, rational gesehen,
kann er es nie ganz verstehen,
Und auch nach dem Studieren,
Faktenwissen und Philosophieren,
vermag niemand im Kern zu wissen,
warum der FC schon wieder hat verschissen.

Die Eintagsfliege

Es lebte eine Eintagsfliege,
die wusste, wenn ich heute lüge,
schmore ich ab morgen immer,
im ewigen Höllenglimmer.

An diesem, meinem Lebenstag,
pass‘ ich schön auf, was ich so sag.
Um mich in meinem kurzen Leben,
nicht einer Lüge hinzugeben.

Eine andre Eintagsfliege kommt und fragt,
sag mal, bist du schon gepaart?
Oha, das hab‘ ich glatt vergessen,
Na dann mal flugs gleich aufgesessen.

So liegen sie erschöpft im Gras.
Die eine fragt sie, na, wie war’s?
Die Eintagsfliege ist perplex,
Wie? Das war jetzt etwa Sex?

Sie ist ganz ehrlich, will nicht lügen,
es war ihr kein sonderlich Vergnügen.
Doch die Wahrheit ist eben:
„Der beste Sex in meinem Leben!“

Reimgeschüttel

Ringeldingeldöngeldäng,
lömmelblömmeldimmeldömmel,
sumsedumsebumsedumm,
jetzt anders rum!

Gute Nacht Gedicht

Es war einmal ne’ Krabbellaus,
die krabbelte ins Ohr bei Klaus,
Da fand sie reichlich Ohrenfett,
und dachte, ach, das ist ja nett!
Da blieb sie dann,
in etwa siebzig Jahre lang.
Vorgestern ist der Klaus gestorben,
und das Ohrenfett schmeckt jetzt verdorben.
Jetzt muss die Krabbellaus
wieder raus aus dem Klaus.
Die Laus geht heute nicht zur Ruh,
drum haltet schön die Ohren zu!

Bob blies Blues

Bob blies Blues beim Blaskonzert,
doch wie Bob Blues blies war’s verkehrt.
Bob blies den Blues stets viel zu flott,
und warf die Bluesband aus dem Trott.
Da drohte ihm der Dirigent,
mit Rauswurf aus dem Engagement.
doch Bob blies weiterhin gelassen,
da musste Bob die Band verlassen.
Da dachte Bob, so ist das Leben,
dann jazz ich eben!

Punkt, Kringel, Kreis

Es war einmal ein Punkt,
der kugelte sich rund,
da wurde er zum Kringel,
der Schlingel!
Dann entschloss er sich zum Kreis
und dachte so ein Scheiß,
als Kringel war noch alles möglich,
als Kreis ist’s ziemlich einförmig.

Goethe im Baumarkt

Wenn ich durch deine Gänge wandle,
erfreu ich mich an tausend Dingen,
vom Schlagbohrhammer bis zur Zange,
O ihr beseelten Backenzwingen!

Sei mir gelobt du Scheibenschleifer,
mit dir schaff ich geschwind,
weckst in mir den Heimwerkeifer,
ist dieses Blech gar vollverzinkt?

Kaum erspäh’ ich Abtönfarben,
bin ich außer mir vor Glück,
ich will sägen, schleifen, schaben,
Wo find‘ ich denn den Fugenkitt?

Wie konnten Poeten in früheren Jahren,
nur ohne dich, o Baumarkt, leben?
Was taten sie beim Wasserschaden?
Dichten oder kleben?

Neulich auf Planet e65

Hast du das gehört?
Da drüben hat es Puff gemacht!
Oh, da hinten auf halb acht,
hat sich die Erde grad zerstört!

Ach die, tatsächlich, ja?
Wie schade, ich fand sie sehr schön
vom Pluto rüber anzusehen.
Nun ist sie nicht mehr da, tja!

Möpse

Was die Muse ist für den Artisten,
sind Möpse für die Cartoonisten.

Meine männlichen Kollegen,
mussten nur allein deswegen,

zu einer Mopszucht laufen,
um extra Möpse anzukaufen!

Ich mach‘ um Möpse kein Bohei,
ich hab‘ ja von Natur aus zwei!

Onkel Erwins Weihnachtsgedicht

Hoch vom Himmel komm ich her, ach mist, ich weiß den Text nicht mehr, wie war das noch mit dem Gedicht, vermaledeit, ich weiß es nicht! Ein Weihnachtsstern, der kam drin vor, und son’ dummer Engelschor, und Hirten ham’’ da rum gesessen, verdammt, ich hab den Text vergessen! Ruhe! Ich brauch Konzentration, und einen Schnaps, dann klappt es schon! Von hoch von droben kam so was, ach nee, so macht es keinen Spaß. Weihnachten, das Christenfest, o, dies Gedicht gibt mir den Rest. Gib mich mal die Pulle her, dann geht das ganze flüssiger. Also, hoch von droben, also ganz von oben, kam son’ Kindchen, ja, tu ma’ voll das Pinnchen! Was die Pulle ist schon leer? Dann hol mal fix ne’ neue her, denn an die spirituelle Virtuosität, erkennt man dem Dichter ihm seine Qualität! So, nun ganz von Anbeginn, erst stopft der Gott das Kind da rin, nee, so war es nicht gewesen, Ruhe, ich muss noch mal lesen: Erst kam der Engel, dann der Bengel, dann die Religion, das war es schon!

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1 Response to “Gedichte”


  1. 1 Carola.Mang 24/03/2011 um 13:09

    ich find die gedichte genial – schau immer wieder rein und zieh mir eines dieser kleinen Muntermacher rein.

    danke – und gruss

    Carola


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